Die Geschichte der Rollkugel
Zum AnfangTrackball oder Rollkugel für die Flugsicherung? Erste Ideen für die Computermaus gab es schon in den 1950er-Jahren
Trackball oder Rollkugel für die Flugsicherung? Erste Ideen für die Computermaus gab es schon in den 1950er-Jahren
Ziel ist, die Flugzeuge nicht nur als flackernde Radarpunkte, sondern als digitalisierte und mit zusätzlichen Informationen versehene Objekte auf den Luftverkehrsstraßen anzeigen zu können. Für diese Arbeitsplätze werden spezielle Vorrechner und Sichtgeräte entwickelt, die nur für die Anzeige und Eingabe zuständig sind.
Schon bald stellt sich heraus, dass die Lots*innen Flugbahnen und Flugzeuge am Bildschirm auch "anfassen" und markieren können sollten. Nach zahlreichen Versuchen, zum Beispiel mit Ultraschallvorhängen, kommt der Trackball zum Einsatz. Die Rollkugel ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfunden.
Rollende Kugeln und langsame Bits Was die Mathematik bei der Rollkugel zu suchen hat
Rollende Kugeln und langsame Bits Was die Mathematik bei der Rollkugel zu suchen hat
Die Umsetzung der Kugelbewegungen in elektrische Impulse bereitet dem Team keine großen Kopfschmerzen. Allerdings gibt es Probleme mit der Datenübertragung von der Rollkugelsteuerung zum Eingaberechner. Denn die verwendeten Datenleitungen und Rechner-Interfaces sind zu dieser Zeit einfach nicht schnell genug.
Deshalb gibt es im Team einen Mathematiker, der sich um die Datenreduktion kümmern muss. Denn bei schnellen Bewegungen über große Strecken darf es keine Sprünge des Cursors über den Bildschirm geben.
Intuitive Eingabe für den Großrechner TR 440 Die Rollkugel als teures Spezialzubehör
Intuitive Eingabe für den Großrechner TR 440 Die Rollkugel als teures Spezialzubehör
Aber auf Interesse stößt die Rollkugelsteuerung überall dort, wo es schon um die Verarbeitung von grafischen Daten geht - zum Beispiel im Bauingenieurswesen. Denn die Rollkugel kann mehr als der bereits etablierte Trackball.
Sie lässt die Hand der Computeranwender*innen mit dem Cursor auf dem Bildschirm verschmelzen. Eingabegerät und Bildschirm werden als Einheit erfahren. Das macht die Arbeit mit der Rollkugel so intuitiv.
Maus-Räder oder Rollkugel? Parallele Entwicklungen in Deutschland und den USA
Maus-Räder oder Rollkugel? Parallele Entwicklungen in Deutschland und den USA
Rainer Mallebrein und seine Kolleg*innen veröffentlichen am 1. Oktober 1968 die Idee der Rollkugelsteuerung als Eingabegerät in einer Telefunken-Zeitschrift. Gut zwei Monate später, am 9. Dezember 1968, stellt der amerikanische Ingenieur Douglas C. Engelbart seine Computermaus auf einer Computerkonferenz vor.
Der Unterschied: Maus-Räder statt Rollkugel. Engelbarts Computermaus erfasst die Bewegung der Hand mit je einem an der Unterseite eingelassenen Drehrad für die X- und die Y-Richtung. Die Rollkugelsteuerung hingegen übersetzt mit der Kugel eine Handbewegung unmittelbar auf Codegeber in X- und Y-Richtung.
Patent oder doch kein Patent Das Deutsche Patentamt: Eine strenge Behörde
Patent oder doch kein Patent Das Deutsche Patentamt: Eine strenge Behörde
Denn Engelbart meldet seine Maus unter dem Titel „X-Y-Positionsanzeiger für ein Bildschirmsystem“ beim amerikanischen Patentamt an und bekommt im November 1970 die Zuteilung des Maus-Patents mit der Nummer 3.541.541. Auch Telefunken meldet die Rollkugelsteuerung zum Patent an. Doch das Team von Rainer Mallebrein hat Pech. Die Beamt*innen des Deutschen Patentamtes in München urteilen, die Rollkugel habe eine zu geringe Erfindungshöhe.
Millionen Computernutzer*innen und die weltweite Computerindustrie sahen und sehen das anders und nutzen bis heute Computermäuse.
Das Geniale: Intuitiv und einfach Eine perfekte Mensch-Maschine-Verbindung
Das Geniale: Intuitiv und einfach Eine perfekte Mensch-Maschine-Verbindung
Doch nicht das geniale Konstruktionsprinzip gibt den Ausschlag für den weltweiten Durchbruch, sondern die Anwendung: Erst durch die Maus wird eine wirklich intuitive und einfach zu bedienende Verbindung zwischen Mensch und Maschine hergestellt.
Traumpaar: Wysiwyg und Maus Grafische Benutzeroberflächen machen die Maus groß
Traumpaar: Wysiwyg und Maus Grafische Benutzeroberflächen machen die Maus groß
Nicht mehr wegzudenken sind die Mäuse aus den Konstruktionsabteilungen vieler Unternehmen. Computer Aided Design und andere effiziente Entwurfsmethoden sind ohne Maus gar nicht denkbar. Die Apollo Workstation und die legendären High-Class-Rechner von Sun mit ihren zahlreichen Konstruktionsanwendungen lassen die Maus zum meistgenutzten Handwerkszeug der Ingenieur*innen werden.
Surftouren mit der Maus Scrollen und Klicken im World Wide Web
Surftouren mit der Maus Scrollen und Klicken im World Wide Web
Die Computermaus ist das universelle Instrument, um sich im World Wide Web zu bewegen, mit einem einzigen Klick auf einen Link einen neuen Raum im WWW-Universum zu betreten oder um durch die vielen Hypertextangebote zu navigieren.
Rollkugel, Maus - und was dann? "Mobile Computing" verändert die Interaktion mit der Maschine
Rollkugel, Maus - und was dann? "Mobile Computing" verändert die Interaktion mit der Maschine
Neue Bedienkonzepte, effektivere Peripheriegeräte, mehr Benutzerkomfort sind gefragt. Die Computermaus geht da spannenden Zeiten entgegen - höchst lebendig.
Warum nicht gleich Maus? Vorbehalte gegen Nagetiere bestimmen die Namensgebung
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Ein bisschen hängt der Erfolg auch davon ab, welchen Namen man dem Kind gibt. Der Amerikaner Douglas C. Engelbart nannte sein Kind ganz einfach „Maus“.
Rainer Mallebrein - ganz der Techniker - blieb sachlich: „Rollkugelsteuerung“.